NRW-Regierung plant für Inklusion Qualitätsstandards- "Die Glocke" berichtet am 22.05.2018

Düsseldorf (lnw). NRW geht neue Wege beim gemeinsamen Unterricht von Schülern mit und ohne Behinderung. Die Landesregierung wolle den Schulträgern in Kürze verbindliche Qualitätsstandards für die Inklusion vorgeben, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) in Düsseldorf.„Wir werden die Inklusion umsteuern und dazu gehören auch Qualitätsstandards“, sagte Gebauer. Noch vor der Sommerpause werde die Regierung Eckpunkte zur Neuausrichtung vorlegen. Die künftigen Standards sollen unter anderem die Klassengrößen und die Anzahl der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf pro Klasse regeln sowie den Personalschlüssel. Auch die Vorgaben für die Mindestgrößen von Förderschulen sollen neu geregelt werden. Die rot-grüne Vorgängerregierung hatte keine Qualitäts- und Personalstandards für inklusiven Unterricht vorgegeben. Behinderten- und Kommunalverbände hatten das kritisiert. Nach dem Konnexitätsprinzip ist die staatliche Ebene, die neue Verpflichtungen vorgibt, auch für deren Finanzierung zuständig. Inzwischen lernen in NRW mehr als 40 Prozent aller Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Regelschulen. Sie gehe nicht davon aus, dass sich dieser Trend fortsetze, sagte Gebauer. „Ich rechne eher damit, dass sich die Zahlen auf dem gegenwärtigen Niveau einpendeln werden.“ Laut der jüngsten Lehrerbedarfsprognose fehlen in NRW in den nächsten zehn Jahren 1000 ausgebildete Sonderpädagogen. Mit einer Kampagne wirbt das Schulministerium gezielt für den Lehrerberuf. Die Ungerechtigkeiten in der Lehrerbesoldung werde sie angehen, bekräftigte Gebauer. Seit 2009 ist die Ausbildung für angehende Lehrer aller Schulformen gleich lang. Lehrerverbände fordern, dass alle – auch Grundschullehrer – nun die gleiche Einstiegsbesoldung A13 erhalten müssen.

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